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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Landesverband Bayern e. V.

Kallmünz: 7-jähriger aus der Naab gerettet


[Freitag, 25. November 2011]

Zwischen Regensburg und Kallmünz stürzte am 04.10.2011 ein Pkw in die Naab und sank auf den Grund des Flusses. Die Fahrerin konnte sich befreien. Ein Strömungsretter der DLRG rettete ihren 7-jährigen Sohn bewusstlos aus dem Pkw. Das Kind überlebte.

Zwischen Regensburg und Kallmünz ereignete sich am Dienstagnachmittag, den 4. Oktober 2011, ein tragischer Verkehrsunfall. Eine 40-jährige Autofahrerin fuhr gegen 15:40 Uhr mit ihrem 7-jährigen Sohn auf der Staatsstraße 2165 in Richtung Kallmünz, um einzukaufen. Auf Höhe der Abzweigung Gessendorf verlor sie die Kontrolle über den Wagen. Das Fahrzeug rollte eine circa fünf Meter hohe Böschung hinab und schleuderte über den Uferbereich, dann stürzte der Ford Fiesta samt Insassen in die angrenzende Naab.

Nach dem Aufprall im Fluss versank das Fahrzeug sofort und blieb kopfüber auf dem Dach unter Wasser liegen. Die Fahrerin konnte sich selbst aus dem untergehenden Fahrzeug befreien, trieb aber in der Strömung vom Auto weg. Die von einem Zeugen alarmierten Rettungskräfte begannen mit der Rettung der treibenden Person. Ein Strömungsretter der DLRG Regensburg versuchte in das Fahrzeuginnere zu gelangen. Zunächst musste er einen verkeilten Fahrersitz überwinden, um sich Zutritt zu verschaffen. DLRG-Strömungsretter rettet 7-jährigem Jungen das Leben Bei nahezu null Sicht fand er einen leeren Kindersitz und vermutete, das Kind sei nicht angeschnallt gewesen. Bei der Absuche des Bodenbereichs spürte er plötzlich ein Bein: Der Junge saß angeschnallt in einem weiteren Kindersitz. Im trüben Wasser konnte der Retter den Gurt nur mit den Fingerspitzen ertasten; sofort begann er mit dem Kappmesser - einesteils sehr vorsichtig, um das Kind nicht zu verletzen, aber auch so schnell wie möglich - den Buben an die Oberfläche zu bringen. –Dem im Einsatz befindlichen Strömungsretter erschien es viel länger, aber es dauerte nur drei Minuten, dann konnte er das leblose Kind an den Rettungsdienst übergeben. Die Notärzte begannen sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen. Erst nach über 20 Minuten sprach der Kreislauf des Jungen an und Erleichterung machte sich bei den Einsatzkräften bemerkbar. Das Kind wurde mit dem Rettungsdienst
in das Regensburger Uni-Klinikum gebracht. Auch die unter Schock stehende und verletzte Mutter brachte man ins Krankenhaus. Die Feuerwehr übernahm die Bergung des Fahrzeuges aus der Naab und die Absicherung der Staatsstraße.

Die DLRG-Führungskraft führte ein Einsatz-Nachgespräch, wobei sich der Strömungsretter auch längere Zeit mit einer ausgebildeten Notfallseelsorgerin unterhielt.
Soweit der Einsatz, aber wie geht es dem Kind? Es bleibt festzustellen, dass die Rettungskette sehr gut funktionierte - und der DLRG-Wasserretter war eines dieser wertvollen Kettenglieder:
Denn man muss den ganzen Einsatz sehen, die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, dem Rettungsdienst bzw. Notarzt und der Polizei klappte hervorragend. Die DLRG Regensburg hat viel Lob für den Einsatz bekommen. Aber alle Beteiligten machten sich auch große Sorgen, wie es um den Gesundheitszustand des Buben steht. Der zunächst lebensbedrohliche Zustand des Jungen stabilisierte sich nach einigen kritischen Tagen, sodass er bald außer Lebensgefahr war. Nach einer Woche saß er bereits wieder im Bett und hat sich selbstständig die Zähne geputzt! Mitte November befand der Bub sich in einer Reha- Maßnahme und wir erhielten die positive Nachricht, dass er keine bleibenden Schäden davonträgt.
Danke an alle beteiligten Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen, insbesondere an die Kameraden der DLRG Regensburg!
Vielen Dank an den Einsatzleiter Wasserrettung für seine Übersicht.
Und herzlichen Dank an Julia von Seiche-Nordenheim, die sehr gute Hilfe als Notfallseelsorgerin leistete.


Michael Trifellner / Carolin Richard

 

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