Junge Männer stark betroffen
Heiße Sommertage führen zu tödlichen Badeunfällen
54 Ertrunkene in Bayern bis 31. Juli – besonders viele Todesfälle in Seen
Bayern mit höchstem Anstieg an Badetoten bundesweit
Die DLRG Bayern ist besorgt über die aktuelle Zwischenbilanz der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft: Allein bis Ende Juli 2026 sind 54 Menschen in Bayern ertrunken – drei mehr als Vorjahr (51). Damit liegt Bayern erneut an der Spitze der bundesweiten Statistik tödlicher Badeunfälle, während die Zahlen bundesweit rückläufig sind.
Viele Opfer in Seen – Hitzewelle als Risikofaktor
Zu einer Häufung tödlicher Unfälle (20) in Bayern kam es während der heißen Juniwochen (Vorjahr 23), weitere 12 kamen im Juli hinzu. Zahlreiche Gewässer lockten bei Temperaturen über 30 Grad tausende Menschen ins Freie – viele davon an unbewachte Badestellen.
Dennoch liegt die Zahl der Ertrunkenen mit 54 über dem Zehnjahresdurchschnitt von 47.
Warum so viele in Bayern?
Die Häufung der Unfälle in bayerischen Gewässern hat naheliegende Gründe. „Wir sehen keine Hinweise darauf, dass die Menschen in Bayern unvorsichtiger wären als anderswo“, erklärt Dominik Schneider, Sprecher der DLRG Bayern. „Die Gründe sind hauptsächlich die große Fläche und die Einwohnerzahl unseres Bundeslandes. Hinzu kommen die große Zahl von Seen in äußerst attraktiver Landschaft und die mächtigen Flüsse wie Donau, Main und Inn.“ Auch regionale Wetterunterschiede spielen eine Rolle.
Die besonders gefährdeten Personengruppen
Vier Kinder sind im Wasser ums Leben gekommen. Die DLRG Bayern appelliert an die Eltern: Behalten Sie ihre Kinder immer Im Blick, solange sie noch nicht sicher schwimmen können. Lassen Sie sich nicht ablenken, vor allem nicht vom Handy!
19 junge Männer zwischen 20 und 30 Jahren sind bis Juli ertrunken, weit mehr als in den Vorjahren. Mehrere von ihnen waren Nichtschwimmer. Die DLRG Bayern appelliert deshalb vor allem an die jungen Männer: Respektiert Warnhinweise! Verzichtet auf Mutproben! Fragt beim Baden eure Freunden und Arbeitskollegen, ob sie tatsächlich sicher schwimmen können!
19 der Ertrunken waren 65 Jahre oder älter, als Ursache werden bei ihnen meist Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermutet. Die DLRG Bayern rät Senioren deshalb, ihren Arzt zu fragen, ob Schwimmen im See für sie das Richtige ist.